Mittwoch, 26. September 2018
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Burgruine Schmachtenberg

Hoch über dem Maintal, weithin noch heute gut sichtbar, ragt die Ruine der Burg Schmachtenberg über Schmachtenberg empor. Wanderer kommen gerne zur Burg, dabei ist entweder der Aufstieg über die Schmachtenberger Steige oder von Ziegelanger her über den Eselssteig zu meistern.

Über das Alter der Burgruine Schmachtenberg wurde reichlich spekuliert und geschrieben, ohne dass man deren Mauerwerk einer fachkundigen Untersuchung unterzog. Die meisten der Autoren, darunter auch Maurer, favorisierten eine Entstehung „um 1250", andere dagegen „um 1350" (siehe hierzu auch die gängigen Webseiten im Internet), wohingegen einige wiederum die alte Zeiler Burg hartnäckig nach Schmachtenberg verlagerten. Keiner von ihnen sollte Recht behalten, nicht einmal das 1912 von Hans Karlinger angefertigte Kunstdenkmälerinventar, das die Burg gleichsam ins 13. Jahrhundert datierte.

Zur Geschichte der Burg Schmachtenberg

Vor Ort herumliegende bzw. als Spolien vermauerte Buckelquader stammen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von einer an gleicher Stelle befindlichen Vorgängerburg, sondern vom Abbruchmaterial des castrum zilanum. Das in der „Kapelle" gefundene, angeblich dem 13. Jahrhundert zugehörige Rippenstück mit dem Profil eines geschärften Rundwulstes datiert tatsächlich ins 15. Jahrhundert.
Die Burg Schmachtenberg selbst wird erst 1466 direkt erwähnt, als im Zuge einer handfesten Zwistigkeit zwischen den Bamberger und Würzburger Bischöfen Kriegsmannen des letzteren die Burg einnahmen und beschädigten.
Acht Jahre später, 1474, bestückte Bamberg die Burg mit Handbüchsen, Pulver und Blei, zwei Jahre später bezog der bambergische Amtmann Quartier auf der Burg. Dennoch gelang es den aufständischen Bauern am 17. Mai 1525 offenbar mühelos, die Burg einzunehmen. Für die damals angerichteten Beschädigungen mussten die Bauern Wiedergutmachungsgelder zahlen, wobei wir von Reparaturarbeiten an sechs Türmen erfahren.

Grundriss der noch vorhandenen Ruine

Nur 29 Jahre später, 1554, wurde die Veste während des 2. Markgrafenkrieges erneut in Mitleidenschaft gezogen, als die Truppen des Markgrafen Albrecht Alcibiades von Ansbach-Kulmbach die Burg plünderten und anzündeten. Bereits zu dieser Zeit hatten sich die Bamberger Bischöfe ein kleines Talschlösschen unterhalb der Burg errichtet.
Mit der Halbruine ging es trotz einer notdürftige Instandsetzung 1645, kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges, weiter bergab. 1695 diente sie den Bauarbeiten am Stadtschloss (heute Finanzamt) als Lieferant für Baumaterial. 1805 verkaufte der bayerische Staat die Ruine an privat, woraufhin der damalige Eigentümer Freiherr Sigmund von Rotenhan 1826 einen historisierenden Wiederaufbau der Burgruine plante, der allerdings nicht zur Ausführung kam. 1940 war die Ruine vorübergehend teilbewirtschaftet; damals waren noch mehrere Gewölbe sichtbar.
Heute ist sie Eigentum der Familie Huck. Die Stadt Zeil am Main hat das Gelände gepachtet und die Ruine über 15 Jahre hinweg Stück um Stück bis zum Jahr 2008 restauriert und vor dem weiteren Verfall bewahrt. Zum Abschluss der Arbeiten wurde dann ein großes Burgfest im mittelalterlichen Stil gefeiert. Der Feuerwehrverein half mit einem Getränkestand.

In weiten Teilen aus der Festschrift "650 Jahre Schmachtenberg" (1998) und der Homepage der Stadt Zeil am Main; Büro für Burgenforschung, Dr. Zeune.

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